Nach oben. Oder nach unten.
Die fast tägliche Dosis Trash TV hat für den Lacher des Abends gesorgt. Nicht von “Sarah & Marc”, weil die vielleicht crazy in Love, aber auch crazy konstruiert sind, sondern von Borderline-Gisele, die es bei “Simply the best” [kann man ein Format eigentlich noch dreister 1:1 kopieren?] wegen der Traumkombination Zickig & Geil auf Platz 5 der unterhaltsamsten “Germany’s next Top Model”-Models gebracht hat:
Ich habe auch Angst, mit mehreren Leuten im Fahrstuhl zu fahren, und ich weiß nicht, wo es hingeht.
Geil.
Also, Gisele: Nach oben.
Oder nach unten.
Je nachdem, welcher Knopf gedrückt wurde.
Rebellengesänge
Ich liebe das Internet, weil man nämlich alles aus Hochmut und juveniler Unmittelbarkeit Vergessene wieder aufspüren kann. Gestern das wirklich hervorragende “Graue Wolken” von Blumfeld wiederentdeckt, heute endlich herausgefunden, dass es die Post-Punk-Emo-College-Rocker von den Rival Schools waren, die dieses zauberschöne American Partyvideo in 2001 veröffentlicht haben. Überhaupt! 2001! Viva Zwei! Festivals! Musikzeitschriften lesen!
Und die folgenden von den natürlich viel mehr Fave Raves 2001 sind nur für, weil’s so schön war damals [bis auf “Yellow” von Coldplay, das schon von 2000, und “Rabbit in your headlight” von U.N.K.L.E., das schon von 1999 ist, aber das ist egal, weil sowieso alles egal ist, wenn es gute Musik ist].
Zu U.N.K.L.E. fällt mir übrigens immer wieder die für mich legendäre Nachtfahrt auf dem Münchener Ring ein, 2003 auf dem Weg zum Comer See. Das Musikauswahlprivileg wurde vom damaligen Beifahrer ganz frech ausgehebelt, als er “Rabbit in your headlight” nach 3:18 min einfach weiterskippte, weil es ihm zu depressiv[!] war. Das muss man sich mal vorstellen! Nach 3:18 min, kurz vor dem Höhepunkt des Songs, wenn die Drums so richtig reinkicken. Zumal er mehr als die Hälfte sowieso schon geschafft hatte, wenn man da überhaupt von schaffen reden kann, denn is ja nur 5 Minuten lang, das Ding. Als Bonus gibt es “Everybody hurts” von R.E.M., weil das Video super ist und die Liste auf 8 erweitert, denn 7, das kann man schon aus Aberglauben so nicht stehen lassen.
Blumfeld “Graue Wolken”
Rival Schools “Used for glue”
Sigur Ros “Viðrar Vel Til Loftárása”
Weezer “Island in the sun”
Radiohead “Pyramid song”
Coldplay “Yellow”
U.N.K.L.E. “Rabbit in your headlight”
R.E.M. “Everybody hurts”
Beim Zappen ertappt
Worauf man nicht so alles trifft, wenn man die großartige Erfindung Videotext nutzt. Dass die TED-Frage täglich gestellt wird, mag ihren dämlichen Grundcharakter erklären. Die an Wahnsinn grenzende Willkürlichkeit der Antwortenauswahl wundert zwar nicht, ist aber zumindest für einen Lacher gut. Was einem den Mund offen stehen lässt, ist allerdings die Chuzpe mit der überhaupt nicht versucht wird zu vertuschen, dass ehrlich KEINE SAU anruft.
Damit ich nie wieder überlegen muss
Nämlich, dass es “No rain” von Blind Melon war, das ich 1993 richtig geil fand. Google ist auch super: “ninetees pop song video girl dressed like a bee”. Und? Treffer Nr. 3!
All I need
Wiederentdeckt. Heiß geliebt, als ich 19 und heiß verliebt war. Air hatten neben ihrem Bandlogo doch auch tatsächlich noch “French Band” zu stehen auf Moon Safari.
Life for sale
Diese Nachricht als kurios, untypisch oder letzten Ausweg zu bezeichnen, finde ich unpassend. Für mich hat das ja schon fast die Tragikkomik der Truman Show und wäre ich eine Hollywood-Regisseurin würde ich mir schon heute die Rechte sichern - wieder mit Jim Carrey in der Hauptrolle, weil er Humor hat, ohne lächerlich zu wirken, verzweifelte Echtheit rüberbringen kann und gerade so gut aussieht, dass niemand ihn jemals für einen Totalverlierer hält. In dieselbe Kategorie fällt auch Steve Carrell und nach seiner Glanzleistung in Dan in real life sähe ich da auch einen echten Konkurrenzkampf auf uns zukommen:
Die Story: Ian, ein in Australien lebender Brite, hat es satt. Er ist Mitte Vierzig und verkauft Teppiche in Perth, als seine seit Jahren dahindümpelnde kinderlose Ehe zerbricht. Es gibt nichts mehr, was ihn halten kann, aber einfach flüchten, ohne zurück zu sehen, das ist nichts für ihn. Schließlich hat er sich ein Leben aufgebaut. Freunde, Haus, Job, Hobbys, Auto, das kann Ian nicht alles liegen lassen und einfach verschwinden. Bleiben kann er auch nicht. Also beschließt er, was noch niemand vorher getan hat: Besitztümer, Bezugspersonen und Verpflichtungen sollen auf der Internetplattform Ebay versteigert werden. Ian’s Life als Paket. Drei Monate gibt er sich Zeit, um Fotos zu machen von den Möbeln und Freunden, die zustimmen, fortan jemand Neuen zum Dinner einzuladen, detaillierte Beschreibungen von Hab und Gut zu erstellen, seine Chefin zu überreden, seinen Platz an den fremden Höchstbietenden zu vergeben und lokale Fernsehstationen von seinem Vorhaben zu unterrichten. Nach Auktionsende soll es, nur mit Geld und Pass, auf den Weg in ein neues Leben gehen.
Die credits würden sagen “Based on a true story” und keiner würde mehr davon sprechen, dass hier einer the easy way out gewählt hat und sein Leben verhökert, denn man glaubt gar nicht, was ein bisschen Folk, Landschaftsaufnahmen und starke Charaktere so alles bewirken können.





