Kalter Hund

So nannte man in der DDR eine Mélange aus Butterkeksen und Schokocreme, das billigste Leckerli für Kinder, das es auf Erden gibt, und das gab es eben immer, wenn Kindergeburtstag oder Oma-Geburtstag war, damals in der DDR. Da sah das aber auch irgendwie noch anders aus - fest und stattlich in eine Aluminiumrechteckbackform gepresst, ohne Rücksicht auf Verluste und nach dem Abkühlen in Scheiben geschnitten, dafür aber ohne Streusel. Na, ich übe ja noch.

Das Rezept habe ich in meinem ersten Kochbuch “Lirum Larum Löffelstiel” wiedergefunden. Sozialistische Pädagogik galore, denn man muss Mutti helfen, sich gesund ernähren, damit man auch als Erwachsener im Kampf gegen den Klassenfeind zur Verfügung stehen kann, und wirklich alle Rezepte bestehen aus den absoluten Basic-Zutaten wie Kartoffeln, Mehl und Eiern. Die Versorgung, zumindest mit ersterem, war - wie ich erzählt bekam - zwar in so manchen Jahren im Spätwinter, so kurz vor den Frühkartoffeln auch nicht mehr ganz gewährleistet, aber so theoretisch war das ein immer in Massen verfügbares Lebensmittel.

Das Rezept geht übrigens so:

  • 150 g Kokosfett [heißt heute in modern Palmfett] flüssig machen auf dem Herd und träufeln lassen in eine Masse aus:
  • 65 g Zucker
  • 1 EL entöltem Kakao
  • und einem Ei

Schön rühren! Dann entweder schichten mit Butterkeks in einer rechteckigen Backform oder Prinzenrollenmäßig einstreichen und stapeln.

Nicht backen, sondern kalt stellen!

Wie gesagt, ich übe ja noch. Nächstes Mal wird es dann mehr Zucker und eher so Schokoladen-Doppelkekse, weil diese Silikonbackform überhaupt keinen Halt für dieses Vorhaben bietet.

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