Holy Schwede

Da habe ich mich gestern zur Prüfung angemeldet und abgesehen davon, dass es jetzt kein Zurück mehr gibt, dachte ich auch, zur Feier des Tages gönne ich mal was, nämlich dem Kind, und gehe Strampler kaufen. Ist ja doch bloß der billige Schwede, aber so süüüß!

Auf dem Weg nach Hause sah ich dann das Resultat, ausnahmsweise romantischer Stadtguerilla, und zwar eine Fahrradampel an der Ecke Blücher/Baerwald, die mich rot anleuchtete und ich erst nach einer Dös-Sekunde mitkriegte: Das is ja ein Herz! Da hatte jemand einen Kreis aus schwarzer Folie ausgeschnitten und in der Mitte auch gleich noch eben die Herzform. So wie hier und da hab ich dann auch gesehen, dass ich nicht die Erste bin, die das ganz herzallerliebst findet. Müsste man in der ganzen Stadt machen, dann gäbe es, glaube ich, mehr Liebe auf den Straßen, denn obwohl die Berliner wenigstens zügig fahren [nicht so wie die Potsdamer, die ganz augenscheinlich denken, sie befänden sich trotz Landeshauptstadtstatus und Riesenmengen an Touristen immer noch in der DDR oder wenigstens auf dem Dorf oder in der Sommerfrische], machen sie doch teilweise überdurchschnittlich zu oft Gebrauch von ihrer Hupe, unterdurchschnittlich zu selten dafür aber von ihrem Blinker oder waghalsige Überholmanöver zehn Meter vor der Ampel, um doch Erster an derselbigen zu sein. Kann ich übrigens immer nur Berliner Männern beobachten, die Frauen fahren wie alle geschlechtsunabhängigen Potsdamer.

Als ich dann zuhause war, schüttete ich die bedruckte Plastiktüte des billigen Schweden [dank Sale sogar noch billiger!] auf dem Wohnzimmerteppichboden aus und hielt hellblaue Jäckchen und Igelbedruckte Bodies gegen den Bauch. Kannste dir das vorstellen?, fragte ich den Kerl, und der sagte nur: Musste andersrum halten, schließlich liegt er kopfüber. Recht hat er, der alte Pragmatiker!

Comments

Got something to say?