Life for sale

Diese Nachricht als kurios, untypisch oder letzten Ausweg zu bezeichnen, finde ich unpassend. Für mich hat das ja schon fast die Tragikkomik der Truman Show und wäre ich eine Hollywood-Regisseurin würde ich mir schon heute die Rechte sichern - wieder mit Jim Carrey in der Hauptrolle, weil er Humor hat, ohne lächerlich zu wirken, verzweifelte Echtheit rüberbringen kann und gerade so gut aussieht, dass niemand ihn jemals für einen Totalverlierer hält. In dieselbe Kategorie fällt auch Steve Carrell und nach seiner Glanzleistung in Dan in real life sähe ich da auch einen echten Konkurrenzkampf auf uns zukommen:

Die Story: Ian, ein in Australien lebender Brite, hat es satt. Er ist Mitte Vierzig und verkauft Teppiche in Perth, als seine seit Jahren dahindümpelnde kinderlose Ehe zerbricht. Es gibt nichts mehr, was ihn halten kann, aber einfach flüchten, ohne zurück zu sehen, das ist nichts für ihn. Schließlich hat er sich ein Leben aufgebaut. Freunde, Haus, Job, Hobbys, Auto, das kann Ian nicht alles liegen lassen und einfach verschwinden. Bleiben kann er auch nicht. Also beschließt er, was noch niemand vorher getan hat: Besitztümer, Bezugspersonen und Verpflichtungen sollen auf der Internetplattform Ebay versteigert werden. Ian’s Life als Paket. Drei Monate gibt er sich Zeit, um Fotos zu machen von den Möbeln und Freunden, die zustimmen, fortan jemand Neuen zum Dinner einzuladen, detaillierte Beschreibungen von Hab und Gut zu erstellen, seine Chefin zu überreden, seinen Platz an den fremden Höchstbietenden zu vergeben und lokale Fernsehstationen von seinem Vorhaben zu unterrichten. Nach Auktionsende soll es, nur mit Geld und Pass, auf den Weg in ein neues Leben gehen.

Die credits würden sagen “Based on a true story” und keiner würde mehr davon sprechen, dass hier einer the easy way out gewählt hat und sein Leben verhökert, denn man glaubt gar nicht, was ein bisschen Folk, Landschaftsaufnahmen und starke Charaktere so alles bewirken können.

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