Life for sale

Diese Nachricht als kurios, untypisch oder letzten Ausweg zu bezeichnen, finde ich unpassend. Für mich hat das ja schon fast die Tragikkomik der Truman Show und wäre ich eine Hollywood-Regisseurin würde ich mir schon heute die Rechte sichern - wieder mit Jim Carrey in der Hauptrolle, weil er Humor hat, ohne lächerlich zu wirken, verzweifelte Echtheit rüberbringen kann und gerade so gut aussieht, dass niemand ihn jemals für einen Totalverlierer hält. In dieselbe Kategorie fällt auch Steve Carrell und nach seiner Glanzleistung in Dan in real life sähe ich da auch einen echten Konkurrenzkampf auf uns zukommen:

Die Story: Ian, ein in Australien lebender Brite, hat es satt. Er ist Mitte Vierzig und verkauft Teppiche in Perth, als seine seit Jahren dahindümpelnde kinderlose Ehe zerbricht. Es gibt nichts mehr, was ihn halten kann, aber einfach flüchten, ohne zurück zu sehen, das ist nichts für ihn. Schließlich hat er sich ein Leben aufgebaut. Freunde, Haus, Job, Hobbys, Auto, das kann Ian nicht alles liegen lassen und einfach verschwinden. Bleiben kann er auch nicht. Also beschließt er, was noch niemand vorher getan hat: Besitztümer, Bezugspersonen und Verpflichtungen sollen auf der Internetplattform Ebay versteigert werden. Ian’s Life als Paket. Drei Monate gibt er sich Zeit, um Fotos zu machen von den Möbeln und Freunden, die zustimmen, fortan jemand Neuen zum Dinner einzuladen, detaillierte Beschreibungen von Hab und Gut zu erstellen, seine Chefin zu überreden, seinen Platz an den fremden Höchstbietenden zu vergeben und lokale Fernsehstationen von seinem Vorhaben zu unterrichten. Nach Auktionsende soll es, nur mit Geld und Pass, auf den Weg in ein neues Leben gehen.

Die credits würden sagen “Based on a true story” und keiner würde mehr davon sprechen, dass hier einer the easy way out gewählt hat und sein Leben verhökert, denn man glaubt gar nicht, was ein bisschen Folk, Landschaftsaufnahmen und starke Charaktere so alles bewirken können.

link miscellanea for march 18

Filmchen um und über Bibliotheken kann man im Blog Library Videos - the best of… finden.

Auf das Blog Stuff white people like [das es erst seit Januar gibt] hat sogar schon die Süddeutsche hingewiesen. Das heißt, dieser Eintrag kommt ca. 3 Monate zu spät. Bevor Fragen kommen: der Macher Jess ist weiß.

Nur ein paar Tage zu spät kommt dieser Hinweis. Johnny Haeusler äußert sich zur neuen Berliner Imagekampagne “Be Berlin”. Es geht um allgemeine Promofragen und die wirklich monstermäßig unterirdische Site sei-berlin.de. Lesenswert!

Im Zusammenhang des Haeusler-Posts auch das folgende Blog entdeckt [man lernt ja nie aus] und für gut befunden: off the record, Blog von Horizont.net mit den Schwerpunkten Marketing, Werbung und Medien.

Noch ganz am Anfang und inhaltlich deswegen eher beta, aber trotzdem ein Projekt, das hoffentlich größer wird: Encyclopedia of Life. Ich weise in diesem Zusammenhang und immer wieder gern auf das ganz hervorragende Natural History Museum in London hin. Wer gerade da ist, lasse wenigstens für einen Nachmittag Pubs, Plattenläden und Flohmärkte links liegen und gehe dorthin! Der Eintritt ist wie in fast allen Londoner Museen natürlich frei. [Das Science Museum ist übrigens auch ganz gut, aber more geeky.]

Dear catastrophe railway

Ich war zwar noch nie in Neu Delhi, Shanghai, Bombay oder Manhattan, kann mir aber vorstellen, dass verkehrliche Verhältnisse wie in ebenjenen Städten ab Montag auch Berlin herrschen - und das alles für umsonst und ohne fliegen! Denn nicht nur la Drecks-BVG, die Wichser mit den weltunfreundlichsten, englischunmächtigsten Kontrolleuren, die Drecks-BVG, die seit Monaten nur noch mit halb so langen U-Bahnen fährt, an Umsteigebahnhöfen noch nie Fahrplanabstimmungen hinbekommen hat, nie ansagt, warum jetzt eigentlich kein Zug kommt, die Bahn mitten auf der Strecke stehen geblieben ist oder ähnliches, und wenn doch dann grundsätzlich in Zimmerlautstärke in eben dem Moment, in dem eine andere U-Bahn einfährt, und deren Fahrer immer so schön brüllaffenmäßig durch den Bahnhof einwortsatzen, dass man “MitFahrradnichinerstenWagen” schieben soll, nicht nur die Drecks-BVG also bestreikt ab morgen berlinweit ihre Transportwege für zehn Tage, nein, auch die GDL hat Neuigkeiten aus dem Hauptquartier:

Die Bahn steht vor einem neuen Arbeitskampf - unbefristet und in allen Sparten. Die Lokführergewerkschaft GDL ruft nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen zum Arbeitskampf ab Montag auf.

Ab Montag ist Berlin Bus-, Straßen-, U-, S- und Regionalbahnfrei! Wahnsinn!