Something has left my life and I don’t know where it went to
Das diffuse Gefühl der Sehnsucht erwischte mich Dienstag, als ich aus dem oberen Stockwerk des Doppeldeckerbusses hinunter auf die gestreiften Markisen des Obstgeschäftes schaute, unter denen natürlich gewachste Zitronen in der Auslage schimmerten. Das sind die Momente, in denen ich mich hineingesetzt fühle, in ein Edward-Hopper-Bild, ein diesiges Portland-Foto, bei flickr gefunden, bläuliche Straßen in einem alten The Verve-Video.
Irgendwas fehlt. Der Zug hat mich an diesem Bahnhof rausgeschmissen, und hier gibt es nicht mal eine Bratwurstbude oder einen DB-Reiseshop. Wann der nächste Zug kommt, weiß ich nicht. Die Zugzielanzeiger sind analog und weigern sich, die Buchstaben durchlaufen, sie stoppen zu lassen an Stellen, die ein Wort des Mutes ergeben. Alle sechzig Minuten meldet sich eine Telefonsexstimme aus den rostigen Flüstertüten, die überall angebracht sind. Sie befinden sich im Nirgendwo. Regionalexpress vom alten Leben ins neue, planmäßige Abfahrt vor 4 Monaten, verspätet sich um voraussichtlich… Genau dann knacken die Lautsprecher, als hätte es die Stimme aus dem Jenseits aufgegeben, den Wartenden noch weiter Hoffnung zu machen. Hier passiert gar nichts mehr. Gebt es doch auf.
Ich habe beschlossen, die Nordhalbkugel, Petrus, Januar, Februar, den Schnee, den schneidenden Wind, den Nebel, die Desillusion, Langeweile, Unmotiviertheit, Gott sowieso, die Natur, Daunenjacken- und Wollstrumpfhosenhersteller und den Mond zu verklagen. Und wenn wir dabei sind, auch Menschen, die nicht tanzen können, eine voluminöse, hin und her baumelnde Umhängetasche tragen und bei Konzerten trotzdem in der zweiten Reihe stehen.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf die ganz ganz hervorragenden Bands Elvis Perkins, cold war kids & clap your hands say yeah hinweisen. Die haben mit ihrem Sonderzug gestern abend drei Stunden hier angehalten. Das sínd dann wohl auch die Sachen, die den Aufenthalt ein wenig erträglicher machen.
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3 Responses to “Something has left my life and I don’t know where it went to”
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Ich wäre geneigt, eine Sammelklage einzureichen. Ich bin jedenfalls schon mal dabei.
dann trommeln wir schnell siebenhundert unserer besten freunde und leute, die wir auf der straße aufgelesen haben, zusammen und treffen uns zur klageeinreichung wieder. gleiche zeit, gleicher ort. abgemacht!
700? Kein Problem. Ich glaube, es gibt genügend Leute da draußen, die zumindest hin und wieder ähnlich empfinden.