Wenn es nur wegen der Debatte ist, hätte man sich das auch sparen können

Heute morgen gleich nach dem Aufstehen wie immer Deutschlandfunk gehört und mit der Nachricht konfrontiert, dass der diesjährige Sundance-Jahrgang [danke übrigens dafür, Robi Redford!] nicht nur Filmperlen, sondern auch Kontroversstoff produziert. Namentlich in Gestalt des neuen Dakota-Fanning-Streifens, die - obwohl während der Dreharbeiten erst 12 Jahre alt - in einer Vergewaltigungsszene aufgespielt hat.

Habe dann auch gleich geschluckt und später recherchiert, um mehr rauszufinden. Bis jetzt kann ich feststellen: Keine Ahnung, ob der Film gut ist. Die Story hört sich jedenfalls ansprechend an. Miss Fanning ist augenscheinlich sehr erwachsen für ihr Alter, wurde zu nix gezwungen und hat keine seelischen Traumata davongetragen. Abgesehen davon, ob ich das jetzt gut finden soll, dass es eine Fan-Seite im Netz gibt, die den Untertitel “Lovely Dakota” trägt, ist hier ein bisschen Information zu finden:

The controversial rape scene was shown to be less than 1 minute long, showing close-ups of Dakota’s face that were filmed without any other actor near her. She insists that the movie was not disturbing to film. “I loved the Elvis Presley story line. I loved the fact she’s born of hard circumstances and is trying to survive those,” she says. “I like so many things about it that had nothing to do with being abused, or sexually abused.”

Ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich das Ganze nicht trotzdem extrem fragwürdig finden soll. Ein kleines Mädchen zu einer Filmkarriere zu zwingen und so zur Schau zu stellen, ist das Eine. Eine seit langem moralisch höchst verwerfliche Tat [also Kindesmissbrauch], auch noch visuell explizit darzustellen, das Andere. Sowas gab es noch gar nicht, oder? Der Missbrauch wurde zwar schon hier und da thematisiert, aber wenn dann auch nur durch Drehbuchdialoge auf Metaebene oder Bilder von verhuschten Kindergesichtern nach der Tat.

Meine Ansicht ist, dass schon Vergewaltigungsszenen mit Erwachsenen, z.B. in The Accused oder Monster verstörend genug sind, und es - somehow - nicht nötig ist, da noch einen draufzusetzen. Die künstlerische Komponente wird wohl erst klar, wenn man den Film selbst gesehen hat. Ich werde es vielleicht tun, damit meine Meinung noch fundierter wird. Und hoffen, dass die bloße Ankündigung einer Vergewaltigungsszene mit einer Zwölfjährigen keine Pädophilen vor die Leinwand lockt.

[UPDATE] Jetzt habe ich glatt vergessen zu erwähnen, wie das Kunstwerk, um das es geht, überhaupt heißt. Nämlich Hounddog.

Kapitalismusgesülze

Die kleinen Kaufanimationsfilmchen, die sich IKEA da ausgedacht hat, sind ja wohl der Knaller. Einfach mal angucken, wer kein Leben hat, kann sich da gerne mal eine halbe Stunde drin verlieren. Fahrstuhl rauf und wieder runter. Fahrstuhl rauf und wieder runter. Warum die Nähzimmerfrau allerdings klischeebeladen eine weiße Perserkatze mit sich rumtragen muss, ist auch noch nicht geklärt.

Das Frühstück ist eine meiner fünf Lieblingsmahlzeiten

Und hier haben wir die künstlerische Auslegung des Speisenthemas.

Ich mag Zeitabschnitte der Renitenz respekt. Lebensabstinenz. Nach einer Weile nimmt man wieder teil und merkt, dass die Welt doch nicht so scheiße und langweilig ist und fühlt sich angespornt, den Vorsprung wieder aufzuholen. Das war früher andersrum. Das gipfelte früher in adoleszente Phasen des Neides, der unbeweglich machte. Zum Glück bin ich jetzt alt.

Was ich mir schon immer gewünscht habe, ohne dass ich’s überhaupt wusste

Das ist ja mal ein geiles tool.

Sign of life

Der London-Film ist fertig. Ein halbes Jahr madness, komprimiert zu einer Stunde. Ich vermisse das alles. Und gar nichts, was man hier vermissen kann.

Ich hab die Hälfte meiner Feeds gelöscht. Lese nur noch zehn ausgewählte Blogs und dass ich gerade nichts zu sagen habe, heißt nicht, dass ihr mich nicht mehr interessiert.

Januar ist schrecklich, Februar auch. Das nächste, was ich mache, ist mein Kurzroman - der erst eine Graphic Novel, dann eine Serie von Comicheften, jetzt ein illustriertes Stück Prosa werden soll(te).

Schon fast ein ganzes Buch geschafft zu lesen, dieses Jahr. Das wird. Aber das hier wird erstmal nichts. Denn wie gesagt: Ich hab gerade nichts zu sagen. Nur zu denken und auszuhalten.

Bis später.

Today I have an excuse for my sadness

Ein alter Schuh - weil schon letztes Jahr gehört - ist die Tatsache, dass heute der schlimmste Tag des Jahres ist. Wurde eben daran erinnert, weil Marc Bator [Frau Mos’ ihr liebster Nachrichtenteddybär!] ankündigte, dass die Anne [Will] später noch was darüber berichten wird.

Zwei Dinge, die trotzdem neu und schwer bemerkenswert waren:

  • wenn man im Netz “der schlimmste Tag des Jahres” eingibt, fragt die alte Weichwurst google: meinten Sie “der schönste Tag des Jahres”? Och, wie süß….
  • der Psychologe Cliff Arnall hat die Statistiken, die zum Depressivbarometer und damit zum Ergebnis, dass heute echt ein Scheißtag ist, nicht aus Spaß an der Freude erstellt. Nein, der Mann ist “specialized in seasonal disorders” an der Uni Cardiff.

Das ist super! Ich will auch mal einen außergewöhnlichen Titel tragen! Oder so wie Fäb auf die Frage, was er mal werden will, wenn er groß ist, meinte: “So Lebensberatungsexperte und wer - egal zu welchem Thema - was wissen will, muss zu mir kommen.

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